Die bisherige Berechnung basierte auf sehr vielen möglichen Einflussgrößen und wurde von vielen Menschen als „Black Box“ empfunden. Der neue SCHUFA Score NextGen 1.0 reduziert das auf 12 Kriterien. Jedes Kriterium erhält Punkte, die am Ende zu Ihrem persönlichen Score addiert werden. Das komplizierte Statistik‑Modell dahinter wird dadurch auf ein verständliches Punktesystem abgebildet.
1. Zahlungsstörungen: Entscheidend ist, ob es aktuelle oder erledigte Zahlungsstörungen (z.B. Inkasso, titulierte Forderungen) gibt. Ohne Zahlungsstörungen erhalten Sie die meisten Punkte, erledigte Einträge wiegen weniger schwer, offene Störungen führen sogar zu Fixwerten statt eines individuellen Scores.
2. Alter des ältesten Bankvertrags (z.B. Girokonto): Ein seit vielen Jahren bestehendes Konto zeigt Stabilität und einen verlässlichen Umgang mit Finanzen. Je länger dieser Bankvertrag besteht, desto mehr Punkte bringt er, während ganz neue oder fehlende Bankverträge schlechter bewertet werden.
3. Alter der ältesten Kreditkarte: Ähnlich wie beim Girokonto signalisiert eine langjährig genutzte Kreditkarte ein etabliertes, verantwortungsvolles Zahlungsverhalten. Eine ältere, gut geführte Kreditkarte erhöht den Score stärker als eine frisch beantragte Karte.
4. Alter der aktuellen Adresse: Wer über längere Zeit an derselben Anschrift gemeldet ist, wirkt aus statistischer Sicht „stabiler“. Häufige Umzüge in kurzer Zeit können dagegen mit einem höheren Ausfallrisiko zusammenhängen und führen daher zu weniger Punkten.
5. Alter des jüngsten Rahmenkredits (z.B. Dispo, Kreditkarte mit Limit): Ein kürzlich neu eingerichteter Rahmenkredit kann kurzfristig eher neutral bis leicht negativ wirken, weil erst Erfahrung im Umgang damit gesammelt werden muss. Ein schon länger bestehender, unauffällig genutzter Rahmenkredit wird positiv bewertet.
6. Anzahl von Anfragen und Abschlüssen für Girokonten und Kreditkarten in den letzten 12 Monaten: Einzelne neue Konten oder Karten sind normal, viele Anfragen oder Abschlüsse in kurzer Zeit können aber auf eine steigende Verschuldung hindeuten. Je intensiver diese Aktivitäten in kurzer Zeit sind, desto stärker kann der Score belastet werden.
7. Anzahl der Anfragen außerhalb des Bankbereichs in den letzten 12 Monaten: Hierzu zählen etwa Bonitätsabfragen für Mobilfunk-, Versandhandels- oder Energieverträge. Vereinzelte Abfragen sind unkritisch, gehäufte Anfragen innerhalb kurzer Zeit können jedoch ein Warnsignal sein und den Score reduzieren.
8. Aufgenommene Ratenkredite in den letzten 12 Monaten: Ob und wie viele neue Ratenkredite Sie im vergangenen Jahr aufgenommen haben, fließt direkt in die Bewertung ein. Kein oder nur ein Ratenkredit wirkt meist neutral bis leicht positiv, mehrere neue Ratenkredite können das wahrgenommene Risiko erhöhen.
9. Längste Restlaufzeit aller Ratenkredite: Je länger Ihre bestehenden Kredite noch laufen, desto länger tragen Sie finanzielle Verpflichtungen. Kürzere oder bald auslaufende Laufzeiten werden daher günstiger bewertet als sehr lange Restlaufzeiten von vielen Jahren.
10. Kreditstatus (Ratenkredite): Hier geht es darum, ob Ihre Ratenkredite offen, positiv erledigt oder problematisch sind. Positiv zurückgezahlte Kredite sind ein Plus, laufende Kredite ohne Auffälligkeiten neutral bis positiv, während offene oder negativ erledigte Kredite den Score deutlich senken.
11. Immobilienkredit vorhanden oder nicht: Ein bestehender Immobilienkredit wird als Hinweis auf eine langfristige, meist gut geplante Finanzierung gewertet. Wer einen solchen Kredit über längere Zeit bedient, erhält zusätzliche Punkte, weil dies ein Indikator für verlässliches Zahlungsverhalten sein kann.
12. Vorliegen einer Identitätsprüfung: Wurde Ihre Identität über Verfahren wie Post‑Ident oder Video‑Ident bestätigt, erhöht das die Datensicherheit und reduziert das Risiko von Identitätsmissbrauch. Eine erfolgreiche Identitätsprüfung bringt daher zusätzliche Punkte im Score.
Ausführliche Informationen dazu finden Sie direkt bei der SCHUFA:
https://www.schufa.de/schufa-score-nextgen