Nach einer Kreditablehnung sollten Sie nicht sofort den nächsten Antrag absenden. Gehen Sie stattdessen systematisch vor.
1. Nach dem Ablehnungsgrund fragen
Die Bank muss eine Kreditablehnung nicht in jedem Fall ausführlich begründen. Eine Nachfrage kann trotzdem hilfreich sein. Erkundigen Sie sich insbesondere danach, ob die Entscheidung auf der Haushaltsrechnung, den Unterlagen, dem Beschäftigungsverhältnis oder einer Auskunftei beruhte.
2. SCHUFA-Daten kontrollieren
Fordern Sie die kostenlose Datenkopie an und prüfen Sie sämtliche Angaben. Entdecken Sie einen Fehler, verlangen Sie eine Korrektur und warten Sie möglichst auf deren Bestätigung, bevor Sie einen neuen Antrag stellen.
3. Haushaltsrechnung neu erstellen
Berechnen Sie, wie viel Geld monatlich nach Abzug aller Ausgaben übrig bleibt. Planen Sie zusätzlich einen Sicherheitspuffer ein. Eine Kreditrate, die nur in einem finanziell perfekten Monat bezahlbar ist, ist zu hoch angesetzt.
4. Kreditwunsch anpassen
Reduzieren Sie gegebenenfalls die Kreditsumme oder wählen Sie eine längere Laufzeit. Vergleichen Sie dabei nicht nur die Monatsrate, sondern auch den effektiven Jahreszins und den Gesamtbetrag.
5. Unterlagen vervollständigen
Prüfen Sie, ob alle Nachweise aktuell, vollständig und lesbar sind. Die Angaben im Antrag müssen mit den Dokumenten übereinstimmen.
6. Kreditangebote vergleichen
Nutzen Sie möglichst eine unverbindliche Konditionsanfrage, um Angebote verschiedener Banken zu prüfen. Wählen Sie erst anschließend den Kredit aus, der zu Ihrem Haushaltsbudget und Ihrer beruflichen Situation passt.
Vorsicht vor vermeintlich garantierten Krediten
Eine Kreditablehnung macht Verbraucher anfällig für Angebote, die mit Formulierungen wie „garantierter Kredit“, „Kredit ohne Prüfung“ oder „Sofortkredit für jeden“ werben. Banken müssen die Kreditwürdigkeit jedoch grundsätzlich prüfen. Eine seriöse Kreditvergabe vollständig ohne Bonitätsprüfung ist daher nicht zu erwarten.
Besondere Vorsicht ist geboten, wenn:
- vor der Kreditauszahlung Gebühren verlangt werden
- kostenpflichtige Unterlagen per Nachnahme verschickt werden
- der Abschluss einer Versicherung vorausgesetzt wird
- Hausbesuche oder zusätzliche Verträge angeboten werden
- eine Kreditzusage unabhängig von Einkommen und Bonität garantiert wird
Die Verbraucherzentralen warnen insbesondere vor Vermittlungsangeboten, bei denen statt des erhofften Kredits kostenpflichtige Versicherungen, Mitgliedschaften oder andere Verträge verkauft werden.